56. Reisetag - Freitag, 16.02.2018 - Yokohama (Tag 1 - Fortsetzung)/Japan

Um 10:00 Uhr beim "Wort zum Sonntag" eröffnete uns unser CD (Cruise Director), dass in einer halben Stunde das Internet abgeschaltet wird und wer dort noch was zu erledigen hat, möge das jetzt tun.

War bereits seit Mexiko das Schiffs-WLAN äußerst langsam und instabil, ging jetzt natürlich gar nichts mehr, weil jeder noch schnell eine Mail oder WhatsApp raushauen wollte.

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Die Skyine von Yokohama. Links der Landmark Tower.


Bereits um 15:30 Uhr machen wir an der Pier am Osanbashi Yokohama International Passenger Terminal fest. In der Nacht hatte das schlechte Wetter nachgelassen und der Kapitän konnte deshalb noch mal so richtig Gas geben.

 

Eine Stunde später wurde das Schiff von den Behörden für den Landgang freigegeben. Beim Facecheck im Terminal wurden unsere Fingerabdrücke genommen und ein Foto gemacht, die vorher ausgefüllten Einreiseformulare eingesammelt und die Einreisegenehmigung in Form eines kleinen Aufklebers in den Pass geklebt. Wartezeit in der Einreiseschlange ca. ½ Stunde.

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Die erste "Sehenswürdigkeit".
Die High-Tec-Toilette.

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Temperatur der heizbaren Brille, Sound der Spülung, Intensität der "Unterbodenwäsche" - alles kann geregelt werden.

 

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Dann stand unserem ersten Landgang nach mehr als 8 Tagen auf See nichts mehr im Weg. Unser Ziel: Chinatown.

Im Hafenterminal erhielten wir einen Stadtplan von Yokohama und den Hinweis, dass heute das chinesische Neujahrsfest gefeiert wurde und ein Besuch sich lohnt. Nach einem kleinen Spaziergang von 15 Minuten sahen wir schon ein großes prächtiges chinesisches Tor, was uns zeigte, dass wir uns richtig orientiert hatten. In den großen japanischen Städten ist die Orientierung deshalb unkritisch, weil auf den Straßenschildern die Straßennamen nicht nur in den uns völlig unverständlichen Schriftzeichen, sondern auch in den "normalen" Buchstaben  stehen.

 

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Empfangen wurden wir durch infernalischen Lärm, erzeugt von diversen Schlaginstrumenten. Trauben von Menschen versperrten uns anfangs die Sicht, aber mit der Zeit kamen wir dahinter, was es mit dem Spektakel auf sich hat. Die Trommler bildeten die Begleitung eines Drachen.

 

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Unter dem Drachenkostüm befanden sich zwei Männer, die mit unglaublicher Kondition dem Drachen "Leben" verliehen. Der Drache sprang, tanzte, bewegte sich hin und her, nach vorn und hinten und machte "Männchen". Von diesen Drachenteams waren etliche in Chinatown unterwegs. Solch ein Drachen besuchte nacheinander diverse Geschäfte und Restaurants, verschwand in den Geschäften, kam wieder heraus und führte seinen Drachentanz auf. Zur Belohnung stellten die Geschäftsinhaber jedes Mal drei Flaschen Sake-Bier auf den Boden, welches der Drachen, respektive die beiden Männer, die das Innenleben desselben bildeten, innerhalb kürzester Zeit austrank, um anschließend noch einmal bewegungsmäßig richtig Gas zu geben.

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Dann zog der ganze Trupp zum nächsten Geschäft. Ob der Drache irgendwann betrunken zusammengebrochen ist und wo er auf die Toilette ging, konnten wir nicht in Erfahrung bringen.

 

57. Reisetag - Samstag, 17.02.2018 - Yokohama (Tag 2)/Japan

Die ursprüngliche Planung sah vor, gleich am Vormittag zu versuchen, sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln in das ca. 30 Kilometer entfernte Tokio durchzuschlagen.

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Das Wartezimmer der "Zahnklinik". Gleich hinter der Glastür stehen zwei Behandlungsstühle nebeneinander. Ohne jegliche Trennwand werden zwei Patienten gleichzeitig behandelt. Da man durch das Glas der Türe nicht so gut in den Behandlungsraum schauen kann, empfiehlt sich ein Blick durch das Empfangsfenster. Hier hat man ungetrübt freie Sicht.

Allerdings machte uns der Zahn, genauer das Implantat von Doris erst einmal einen Strich durch die Rechnung. Nach der Fehlbehandlung in Honolulu hatte Doris beim Essen Schmerzen und das Teil wackelte von Tag zu Tag mehr. Also hatten wir das Schiffs­hospital gebeten einen Termin bei einem Zahnarzt zu orga­nisieren. Die spezi­fischen Daten des Implantats (Hersteller, Typ, Maße etc.) hatten wir uns ja inzwischen aus Deutschland besorgt und teilten sie dem Hospital mit, damit wir nicht wieder so eine Pleite wie in Honolulu erleben müssen, wo die richtigen "Ersatzteile" nicht vorhanden waren und mit falschen Schrauben mehr Schaden als Nutzen verursacht wurde.
Um 8:15 Uhr wurden wir von einem Mitarbeiter einer örtlichen Agentur, mit der Phoenix zusammenarbeitet, abgeholt. Die Hauptaufgabe solcher Agenturen ist Koordination zwischen Schiffsleitung und Hafenbehörde oder die Organisation, dass die Container mit den bestellten Lebensmittellieferungen an der Pier bereitstehen usw. Aber zu den Aufgaben gehört es auch, Arzt- oder Krankenhaustermine zu organisieren.
Der Agenturmitarbeiter fuhr uns zu einer Zahnklinik und versicherte uns, dass der Zahnarzt englisch sprechen würde. Besagte Zahnklinik entpuppte sich als schmuddelige kleine Praxis. Der Behandlungsstuhl, Bohrer und Speichelabsauger und was sonst noch so zur Ausstattung einer Praxis gehört, waren teilweise richtig verdreckt. Doris wurde es himmelangst.

Das Englisch des Dentisten war so schlecht zu verstehen, dass wir ihn baten, japanisch zu sprechen. Der Mitarbeiter der Agentur musste dann die zahnärtzlichen Erklärungen für uns ins Englische übersetzten.
Von einer Reparatur des Implantats war gar keine Rede, diese Hinterhofpraxis hatte auch mit Sicherheit kein entsprechendes Material und unsere beim Schiffshospital eingereichte Spezifikation hat wohl weder die Agentur, geschweige denn die "Zahnklinik" erreicht. Das Ende vom Lied war, dass das gesamte Implantat einschließlich Schraube und Krone entfernt wurde (Zeitaufwand keine 5 Minuten).

Mit der Entfernung des Implantats waren auch schlagartig die Beschwerden weg. Eine halbe Stunde nach unserer Ankunft verließen wir die Praxis, um 220 US-Dollar ärmer. Wir wurden schon vorab darüber informiert, dass wir in bar zahlen müssen, eine Zahlung mit Kreditkarte sei nicht möglich.
Doch damit nicht genug. Auch die Agentur hat uns geschröpft, sie forderte für ihre Organisation und die Hin- und Rückfahrt stolze 300 US-Dollar.
Was heißt eigentlich Halsabschneider auf japanisch?
Im Schiffshospital tröstete man uns, dass ja alle unsere Auslagen die Auslandskrankenkasse wahrscheinlich bezahlen würde. Aber es ist und bleibt Abzocke und schamlose Ausnutzung der Notsituation der Touristen. Außerdem hat die Krankenkasse, soviel ich weiß, keinen Goldesel, sondern muss über die Beiträge der Versicherungsnehmer finanziert werden.

Per Mail (im Hafenterminal gab es WLAN) wurde unser Zahnarzt per Bild und Text von der Bahandlung in Kenntnis gesetzt. Er mailte zurück, dass er, wenn wir wieder zu Hause sind, viel Arbeit haben wird. Das klingt teuer - Implantate zahlt die gesetzliche Krankenversicherung nicht.

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Nach diesem Erlebnis konnte das Projekt Tokio gestartet werden.  Von Schritt eins wussten wir schon, wie er zu bewerkstelligen ist. Es gab nämlich einen kostenlosen Shuttle­-Service vom Terminal zur Bahnstation Sukuragicho. Alles Weitere lag noch völlig im Dunkeln. Zwar hatten wir vorher versucht, über das Internet herauszubekommen, welche Bahnlinie wir nehmen müssen, sind aber kläglich gescheitert. Es gibt die verschiedensten Verkehrsunternehmen, die Bahnlinien und Züge betreiben und aus den Plänen und Karten wurden wir nicht wirklich schlau. Allerdings konnte uns hier eine nette Dame am Informationsstand im Hafenterminal helfen. Sie schrieb uns auf einen Zettel mit welcher Bahn wir wohin fahren müssen und an welcher Stationen wir um- bzw. aussteigen müssen.
Also dann rein in den Shuttlebus und in 10 Minuten hatten wir die Bushaltestelle an der Bahnstation erreicht. Wir waren die einzigen Passagiere im Bus. Alle anderen Leute vom Schiff konnten sich schon früher shuttlen lassen, weil sie ja nicht zum Zahnarzt mussten.
An der Haltestelle des Shuttles wartete ein freiwilliger englischsprechender "Touristenkümmerer", der sich jetzt ausschließlich um uns kümmern konnte.

 

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"With a little help from my friends"
Ohne Hilfe hätten wir wahrscheinllich gegen den Automaten keine Chance gehabt.

Der Helfer erklärte uns nicht nur den Weg von der Haltestelle zum Bahnhof, sondern begleitete uns. Das war auch gut so, denn die Ticket-Automaten stellen den Nichtjapaner vor eine schier unlösbare Aufgabe. Aber nach einer kurzen Erklärung zum Streckenplan und den Tarifgebieten, und vor allem nach dem Auffinden der "Language English"-Schaltfläche auf dem unübersichtlichen Touchscreen des Fahrkartenautomaten, gelang es uns unfallfrei die richtigen Fahrkarten zu kaufen (470 Yen einfache Fahrt pro Person = 3,50 €). Japanische Yen hatten wir uns bereits in Deutschland besorgt.

 

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Es ging los mit der Blue Line der Gesellschaft JR (Japanese Railroad) von der Sakuragichō Station zur Station Hamamatsuchō. Dort umsteigen in die Green Line am selben Bahnsteig am Gleis gegenüber, wie bei uns beim ICE. Von dort Weiterfahrt bis Yūracuchō und schon waren wir nach knapp 30 Minuten in Tokio und zwar im Stadtteil Ginza, der als Hauptgeschäfts- und Vergnügungsviertel bekannt ist.

 

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In der Nähe der Station befindet sich das Tokio Tourist Information Center. Hier wollten wir uns eigentlich nur mit einem Stadtplan versorgen lassen, was auch geklappt hatte. Das Center war ansprechend und großzügig gestaltet. An einem großen Tisch saßen Kinder und bastelten. Als wir uns verabschieden wollten, erklärte man uns, dass die Kinder ein kleines Geschenk machen wollten. Ein kleines Mädchen aus der Tischrunde fungierte als Sprecherin und hieß uns in einwandfreiem Englisch herzlich willkommen, fragte wo wir denn her seien und überreichte uns einen Origami-Papiervogel. Weitere Kinder beschenkten uns mit dem Ergebnis ihrer Bastelarbeiten. Wir bedankten uns brav und ich fragte, ob ich die Kinder fotografieren dürfe. Da war der Bann gebrochen.

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Der Mann der uns zuvor beraten hatte, "entwendete" mir die Kamera, damit ich auch mit aufs Bild komme und machte mehrere Fotos. Das Interessante fand aber hinter dem Fotografen statt. Plötzlich tauchten die Mütter der Kinder und einige weitere Angestellte auf, einige zückten ihre Smartphones, andere waren mit I-Pads und Tablets "bewaffnet" und fotografierten wie wild das Szenario mit uns und den Kindern. Wir kamen uns vor wie Frau Merkel, wenn sie einen Kinderhort besucht.

 

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Unsere Ausbeute. Zwei Kraniche, ein Kästchen und Himmel-und-Hölle.

 

Reichlich ausgestattet mit Info-Material stürzten wir uns nun ins Großstadtgetümmel.

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Die unzähligen Kaufhaustempel kann man ehestens mit dem KDW in Berlin vergleichen, sie sind aber oft noch viel größer. Alles hier war irgendwie eine Nummer größer als wir es eh schon kannten. Muss der Tourist mal gesehen haben, aber dann isses auch gut. Außerdem war es kalt und sehr windig, also ein äußerst unangenehmes Wetter.

 

Bei dem Informationsmaterial, das wir erhalten hatten, war auch eine Broschüre in deutscher Sprache. Hierin wurde beschrieben, was man in Tokio alles unternehmen und besichtigen kann und genau erklärt, wie man mit öffentlichen Verkehrsmitteln dort hingelangt. Sollte es ein "nächstes Mal" geben, können wir die Sache besser angehen.

 

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Die Rückfahrt war natürlich problemlos, schließlich waren wir ja jetzt Experten in Sachen Tokio-ÖPNV.

 

Heute war auch wieder Passagierwechsel. Eine neue Etappe begann. Titel: "Das Beste in Asien".

58. Reisetag - Sonntag, 18.02.2018 - Yokohama (Tag 3)/Japan

Der Plan für den heutigen Tag war einfach zu bewältigen:

  • Landmark Tower,
  • Riesenrad Cosmo Clock 21,
  • Red Brick Warehouses.

Alles Ziele, die der Reiseführer empfahl und alle drei Ziele waren vom Schiff aus zu sehen, müssten also relativ schnell zu erreichen sein.

Der Landmark Tower mit seinem knapp 300 Metern Höhe ist eines der Wahrzeichen von Yokohama. Er steht in unmittelbarer Nähe der Sukuragicho Station, wohin ja der bereits bekannte Shuttlebus fuhr.
Um 10 Uhr öffnete die Aussichtsplattform, der sogenannte Skygarden in der 69. Etage und wir waren bei der ersten Fuhre dabei, die der Expressaufzug (750 Meter/Minute) in weniger als 30 Sekunden nach ganz oben beförderte.

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Es herrschte absolut  klare Sicht und dadurch hatten wir das Riesenglück den heiligen Berg, den 80 Kilometer entfernten, 3800 Meter hohen Fudschijama, deutlich zu sehen. Nicht nur wir, sondern auch die vielen japanischen Besucher der Plattform waren begeistert und fotografierten, was das Zeug hielt.

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Neben dem Blick auf den Fuji-san, so die korrekte Bezeichnung des heiligen Bergs, und dem Überblick über den gesamten Moloch Yokohama lag auch das Riesenrad gut im Blickfeld und vor allem die Fußwege, wie man dort hingelangen konnte.

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Auf dem Weg zum Riesenrad.

 

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Eine gute Viertelstunde Fußmarsch später hatten wir den Vergnügungspark erreicht, in dem das Riesenrad stand. Es ist mit seinen 112 Metern Höhe zwar nicht das Höchste der Welt, aber da unterhalb seiner Nabe eine überdimensionale Digitaluhr eingebaut ist, ist es laut Guinnessbuch der Rekorde zumindest das größte Riesenrad der Welt mit Uhr. Es ist alles nur eine Frage der Definition. Jedenfalls ist jetzt auch klar, warum es Cosmo Clock 21 heißt.

 

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Blick aus der Gondel: Der fast 300 hohe Landmark Tower.

Für 800 Yen (6 €) lösten wir ein Ticket und konnten während der Fahrt auch noch einmal den Fuji-san sehen, allerdings war die Sicht jetzt schon ein wenig trüber.

Auch hier nutzen wir den durch die Höhe gewährten Überblick und erkunden so den Weg zu den Red Brick Warehouses.

 

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Die Eisbahn an den Red Brick Warehouses war an diesem Sonntagnachmittag hoffnungslos überfüllt.


Die Red Brick Warehouses sind zwei langgezogene Backsteingebäude, in denen sich die unterschiedlichsten Restaurants und Geschäfte befinden. Das war jetzt nicht  ein Ziel, das man unbedingt anlaufen muss, aber es lag sowieso auf dem Weg zum Hafen, da nimmt man das schon mal mit.

 

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"Fotoshooting" vor den Red Brick Warehouses.

 

Statt wie geplant um 17:00 Uhr legen wir erst um 18:30 Uhr ab, weil ein Ausflugsbus sich "auf Grund hohem Verkehrsaufkommens" sehr verspätet hat. Schön, wie der Kreuzfahrtdirektor diese Begrifflichkeit von der Deutschen Bahn AG für seine Durchsage übernommen hat.
Da heute Abend die Willkommensgala stattfinden sollte, warf die Verspätung sämtliche diesbezüglichen Abläufe über den Haufen. Auslaufparty, Kapitänsempfang, Empfangscocktail und Galadinner waren zeitlich nicht zu schaffen.
Also wurden Kapitänsempfang und Empfangscocktail erst einmal gestrichen und die vorgeschlagene festliche Abendgarderobe wurde uns erlassen.
Bei der Auslaufparty gab es diesmal nicht nur Sekt sondern auch Glühwein. Das sagt alles über die derzeitigen Witterungsverhältnisse aus.
Und man wird es kaum glauben, wir nahmen an dem Galadinner teil und das kam so:

Bei der Abschiedsgala vor einigen Tagen nutzten wir, wie so oft, den Zimmerservice. Später sprach uns die Küchenchefin an, warum wir denn nicht beim Galadinner dabei gewesen wären, es wurde doch neben dem üblichen 7-Gänge-Menü auch alternativ eine Vesperplatte angeboten. Aha, es gibt also noch mehr anarchistische Gourmetfreunde. Nur hatten wir von dem Angebot nichts gewusst. An den Informationsprozessen kann die Küche vielleicht noch ein wenig arbeiten, aber mit dem Vesperteller ist sie bereits auf einem sehr guten Weg.
Natürlich erkundigten wir uns schon am Morgen des heutigen Gala-Tags, ob es wieder eine zünftige Brotzeit als Alternative gäbe. Eigentlich nicht, war die Antwort, aber wenn wir gerne eine hätten - kein Problem.
Und so kam es, dass wir beim Galadinner in ziviler Kleidung im Restaurant mit Genuss die servierten Wurstbrote verspeisten.

59. Reisetag - Montag 19.02.2018 - Nagoya/Japan

Die gestern verspätete Abfahrt konnte der Kapitän nicht ausgleichen und so hätten wir gegen 9 Uhr statt um 8 Uhr festmachen sollen. Aber an unserem Liegeplatz lag ein großer Autotransporter, dessen Abfahrt wir erst abwarten mussten, sodass wir erst um 10:30 Uhr angelegt haben. Für uns "Freigänger" ist die Verspätung nicht allzu tragisch. Stress haben allerdings die Phoenix-Leute, die jetzt die Terminplanung für die Ausflüge auf die Schnelle neu  gestalten mussten. Das Ganze muss dann auch noch mit dem Küchenteam abgestimmt werden, damit kein Ausflügler das Mittagessen verpasst. Also mussten auch die Öffnungszeiten der Restaurants angepasst werden.

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Mit 2,3 Mio. Einwohnern ist Nagoya das viertgrößte japanische Industriezentrum. Hier hat unter anderem Toyota seinen Hauptsitz.
War der Schwerpunkt in Yokohama das moderne Japan gewesen, sollte der heutige Tag mehr den traditionellen Teil abdecken.
Da U-Bahnfahren mittlerweile kein Geheimnis mehr ist, kamen wir problemlos zum Nagagoya Castle, eine  am Anfang des 17. Jahrhunderts erbaute Burg.  

Auch hier ist das Metro- und U-Bahn-Netz perfekt ausgebaut und organisiert. Die Fahrkartenautomaten sind identisch mit denen aus Yokohama, sodass wir unser Ziel, Nagoya Castle, bequem erreichten.

 

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Die Burg ist mit denen in Europa allerdings nicht zu vergleichen. Innerhalb dicker Wehrmauern ist das Zentrum der weit­läufigen Anlage ein mehrstöckiger Pa­go­den­bau.
Die Burg wurde bei einem Bombenangriff der Ameri­kaner 1945 zerstört und später original­getreu wieder aufgebaut.
Heute beherbergen die Räume der Burg ein Museum und diverse Ausstellungen.

 

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Auf dem Burggelände konnte auch der Nachbau des sogenannten  Hommaru-Palastes besichtigt werden. Auch in diesem Fall ist der Palastbegriff unterschiedlich zu den europäischen "Verwandten". Gemeinsam ist ihnen, dass man unzählige Räume vorfindet. Der japanische Palast ist eine eingeschossige Holzkonstruktion und die Räume enthalten fast keine Einrichtungsgegenstände. Die Wände der Räume sind nicht massiv, sondern bestehen aus mit Papier bespannten verschiebbaren Holzrahmen. Die Papierwände sind aufwändig bemalt, der Fußboden ist mit einfachen Bastmatten ausgelegt.

 

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Fotogener Sumurai. Wenn man sich geduldig in eine ...

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... Warteschlange einreihte, ...

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... konnte man sich mit ihm ablichten lassen.

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Einen deutschen Zimmermann auf der Walz trifft man in Japan eher selten.

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Zu Fuß machten wir noch einen kurzen Ab­stecher zum südlich der Burg gelegenen "Aichi-ken Gokoku Schrein".

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Hierhin hatte sich kein Tourist verirrt. Erstaunlich, wie viel Ruhe solch eine Anlage rund um den Schrein ausstrahlen kann.

 

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Beim Ablegen wurden wir von einer Folkloregruppe verabschiedet.

 

60. Reisetag - Dienstag, 20.02.2018 - Osaka (1. Tag)/Japan

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Während der Einfahrt in den Hafen spritzte uns zu Ehren das Feuerwehrboot, was die Wasserkanonen hergaben.


Um 12:00 Uhr erreichten wir planmäßig Osaka.

 

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Eine Blaskapelle brachte uns ein zünftiges Ständchen - den Bayerischen Defiliermarsch.

 

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Für den Nachmittag stand auch unsere Planung schon fest, nämlich der Besuch des Kaiyukan-Aquariums, das zu einem der größten der Welt zählt. Der ganz große Vorteil dieser Sehenswürdigkeit war, dass sie direkt an der Anlegestelle gelegen ist.

 

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Die 14 gläsernen Becken des Aquariumkomplexes erstrecken sich über mehrere Stockwerke, sodass man während des knapp ein Kilometer langen Rundgangs durch die verschiedenen Stockwerke immer wieder an denselben Becken vorbeikommt.

 

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Einer der beiden Walhaie des Aquariums ...


Die Hauptattraktion ist das Becken mit zwei Walhaien.
Es brauchte schon mehrere Stunden, bis wir den Parcours in Ruhe durchschritten hatten.

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... und Jochen, der Rochen.

 

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Diese lustigen Gesellen rundeten das "Angebot" des Kaiyukan-Aquariums ab.

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Nur für ganz Mutige - Haie streicheln.

 

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"Osaka bei Nacht" konnten wir bei einer abendlichen Fahrt mit dem Riesenrad abarbeiten, das ebenfalls in unmittelbarer Nähe unseres Anlegers seine Runden drehte. Es ist genauso hoch wie das in Yokohama (112 Meter) und auch der Fahrpreis ist gleich (800 Yen = 6 Euro); es besitzt allerdings keine große Uhr und ist somit nicht rekordträchtig.

 

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Die MS AMADEA mal von oben.

 

61. Reisetag - Mittwoch, 21.02.2018 - Osaka (2. Tag)/Japan

Eine der Hauptsehenswürdigkeiten von Osaka ist seine Burg, aber da wir ja in Nagoya erst eine im Pogramm hatten, zogen wir den kommerziellen Teil der Stadt vor.

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Mit der Metro ging es zur Sinsabashi-Straße. Hier befinden sich über- und unterirdisch unzählige Läden, Bars und Restaurants. Und der Begriff "unzählig" ist hier keineswegs übertrieben, sondern eher wörtlich zu nehmen.

 

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Die Shinsaibashi-suji, eine ca. 3 Kilometer lange überdachte Ladenstraße.

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In einem Laden, der Besteck und Geschirr aus Holz verkauft, wurden wir fündig. Wir sind nun stolze Besitzer zweier edler Teetassen aus lackiertem Holz.

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Auch außerhalb der Shinsaibashi-suji steppte der Bär.

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Schnappschuss.

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Takoyaki sind Teigkügelchen mit Tintenfischfüllung und eine Spezialität von Osaka. Zur Zubereitung ist enorme Fingerfertigkeit erforderlich ...

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... und die Japaner stehen hierfür geduldig in der Schlange.

Takoyaki (japanisch たこ焼き, dt. gebackener Krake) - die Zubereitung ist sehenswert.

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Takoyaki war jetzt nicht so unser Ding, aber wir waren fest entschlossen, einmal ein Steak vom Kobe-Rind zu probieren. In Deutschland unerschwinglich, hier aber durchaus bezahlbar. Leider akzeptierte das Restaurant keine Kreditkarten und unsere Yen-Barschaft reichte bei weitem nicht aus.

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Die Speisekarte wird durch täuschend echte ...

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... Kunststoffmodelle der Gerichte illustriert.

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An den gepflegten Auslagen der Konditorei konnten wir nicht vorbeigehen und kehrten ein.

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Aber die Bärchen zu verspeisen hätten wir nicht über das Herz gebracht.

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Süßwaren sind in Japan sehr beliebt. Es gibt Geschäfte, die verkaufen nichts anderes. Und die Präsentation der Waren ist gekonnt.

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Irgendwann muss man zurück zum Schiff. Die unterirdischen Metrostationen sind riesig und die Umsteigewege von einer Linie zur anderen manchmal recht weit ...

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... aber nie eintönig. Selbst die Kunst kommt nicht zu kurz.

 

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Sayonara Osaka!


Um 16 Uhr kommen wir mit wehen Füßen zurück zum Schiff. Wir laufen pünktlich um 17:00 Uhr aus und werden gebührend verabschiedet.

 

62. Reisetag - Donnerstag, 22.02.2018 - Hiroshima/Japan

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Mit dem Namen der Stadt Hiroshima assoziiert man automatisch den Abwurf der ersten Atombombe durch die Amerikaner am 6. August 1945 um 8:15 Uhr.

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Der kostenlose Shuttlebus brachte uns um 10:00 Uhr ins Zentrum der Stadt. Mit dem Stadtplan von der Tourist-Information am Hafen war es ein leichtes, den nahegelegen Friedenspark zu erreichen.

Der Park mit der Atombomben-Kuppel, dem Kinder-Friedensdenkmal, der Friedensflamme und der Friedenshalle ist ein einziges großes Mahnmal, dass die Katastrophe von 1945 wach hält. Die Apelle für Frieden und eine atomwaffenfreie Welt ziehen sich wie ein roter Faden durch den gesamten Komplex. Und wir wissen leider alle, dass die Realität anders aussieht. Was hat die Welt aus der Vergangenheit gelernt? Nichts - gar nichts!!! Nationale und wirtschaftliche Interessen, egozentrische Befindlichkeiten der Verantwortlichen stehen im krassen Widerspruch zu jeglicher Vernunft und der Tatsache, dass es durch Krieg und bewaffnete Konflikte, durch Willkür und Gewalt auf Dauer nur Verlierer gibt.

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Das Friedensdenkmal, auch als Atombombenkuppel bezeichnet.
Das Gebäude wurde am 6. August 1945 um 8:15 Uhr Ortszeit durch die vom US-Bomber Enola Gay abgeworfene US-amerikanische Atombombe „Little Boy“ zerstört und brannte völlig aus. Alle zu diesem Zeitpunkt darin arbeitenden Menschen kamen um.
Trotz des geringen Abstands von 140 m von der Exposionsstelle blieben viele Gebäude­strukturen erhalten, u. a. die charakteristische Stützkonstruktion des Kuppeldachs, der das Denkmal seinen heutigen Namen verdankt.
Ähnlich wie die Gedächtniskirche in Berlin hat man die Ruine in ihrem Zustand belassen.

 

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Das Kinder-Denkmal für Sadako Sasaki.


Das Mädchen Sadako Sasaki war 2 Jahre alt, als die Atombombe fiel. 10 Jahre danach starb sie an Leukämie. Während ihrer Krankheit hat sie mehr als 1000 Origami-Papierkraniche gefaltet, da sie dann einer Legende nach einen Wunsch frei hatte. Sie wollte leben.
Aufgrund der weltweiten Verbreitung und Anteilnahme, die die Geschichte von Sadako Sasaki fand, wurden Origami-Kraniche zu einem Symbol der internationalen Friedensbewegung und des Widerstands gegen die atomare Rüstung.
Aus der ganzen Welt werden ständig Papierkraniche zugesandt, die in verschiedenen Vitrinen gesammelt und ausgestellt werden.

 

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Die Friedensglocke darf und soll von den Besuchern angeschlagen werden.

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Die Friedensflamme wird erst wieder gelöscht, wenn es auf der Welt keine Atomwaffen mehr gibt. Sie wird wohl auf Dauer brennen.

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Im Friedensmuseum.

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Die "Halle der Erinnerung".
Die 360-Grad-Darstellung des zerstörten Hiroshima ist aus 200.000 einzelnen, ca. 5cm x 5cm großen, Steinelementen zusammengefügt. Jeder dieser Steine steht für ein Atombombenopfer.

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Auf diesem Foto kann man die einzelnen Steinelemente erkennen.

 

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Sieht fast genauso aus, wie Shinsaibashi-suji in Osaka - nur nicht ganz so groß bzw. lang.


Auf dem Weg zurück zur Haltestelle des Shuttlebusses auf der Suche nach einem Café oder einer Bäckerei gelangten wir fast zwangsläufig in eine der landestypischen überdimensionalen Shopping-Viertel.
Gegensätzlicher können die Eindrücke des heutigen Tages nicht sein.

 

 

63. Reisetag - Freitag, 23.02.2018 - Seetag

Gestern war Halbzeit der Reise. Aus diesem Grund wurden für heute Abend die Gäste der gesamten Weltreise zu einem japanischen Abenddinner (mit Hummer) anlässlich des "Bergfestes" eingeladen.
Hierfür wurden auf der Bühne der Atlantik-Show-Lounge Tische und Bänke aufgebaut und der Raum aufwändig und sehr schön dekoriert.

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Die Kunstruktion der Eisstöcke war genial. Man nehme eine Klobürste, stecke sie in einen Eimer mit Wasser, lasse das Ganze gefrieren und entferne dann den Eimer - fertig!


Damit die anderen Gäste nicht leer ausgingen, wurde ab 21 Uhr auf den hinteren Außendecks ein "Hüttenabend" veranstaltet mit Musik vom Band und Glühwein zum Sonderpreis. Bei den sportlichen Herausforderungen wie Eisstockschießen, Eiswürfel-Golf und Nägel-in-Holzblock-Einschlagen konnte man ein Gläschen Wodka gewinnen, sodass nach und nach die Stimmung weiter anstieg.

 

Das rustikale Büffet mit Erbsensuppe und Käse-Raclette auf frischem Bauernbrot erachteten wir um Klassen besser als das japanische Abendessen - typisch Gourmet-Banausen eben.

 

64. Reisetag - Samstag, 24.02.2018 - Kanazawa/Japan

Kanazawa ist eine mittelgroße Stadt mit 450.000 Einwohnern. Nach dem Einlaufen im Hafen am Morgen wurde im Rezeptionsbereich des Schiffs ein Tisch mit Infomaterial aufgestellt und bei den japanischen Mitarbeitern der Tourist-Information konnte man sich mit Karten und Infos versorgen lassen.

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Diese netten Damen standen zu unserer Begrüßung an der Gangway.


Mit dem kostenlosen Shuttlebus sollten wir uns zum Bahnhof ins 5 Kilometer entfernte Zentrum bringen lassen und von dort mit einer Buslinie, die auf einem Rundkurs verkehrt, die verschiedenen Sehenswürdigkeiten abklappern.

 

Wir setzen

  • den Omicho-Fischmarkt
  • den Kenroku-en Park
  • das Teeviertel Kenroku-en

auf die heutige Tagesordnung.

Die Fahrt zum Bahnhof war natürlich keine Herausforderung, auch der dortige Kauf einer Tageskarte für den Kanazawa-Loop-Bus war einfach, weil man uns bei der Info genau erklärt hatte, wo sich der Schalter befindet.

Aber dann gingen die Schwierigkeiten los. An den verschiedenen Bussteigen standen überall lange Schlangen von Wartenden. Busse kamen im Sekundentakt, aber welcher ist der richtige Bus für uns?

Als wir endlich den richtigen Bussteig herausfanden, mussten wir nur noch den richtigen Bus erwischen. Hier fuhren nicht nur die Busse der Kanazawa-Loop-Linie, sondern auch Busse von anderen Linien und Gesellschaften. Außerdem musste man noch darauf achten, dass es für "unsere" Busse zwei Varianten gab. Man konnte den Loop sowohl im als auch gegen den Uhrzeigersinn befahren.

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... wirklich alles.

Irgendwann saßen wir tatsächlich im richtigen Bus und kamen zum Fischmarkt. Hier vertiefte sich unsere Erkenntnis, dass tatsächlich wirklich alles was aus dem Meer kommt auch gegessen werden kann, von Sand, Steinen und Korallen einmal abgesehen.

 

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Wie in Japan üblich, waren auch hier die Auslagen optisch ansprechend arrangiert und es roch kaum nach Fisch. Und natürlich wurde der Markt von unzähligen Anbietern beschickt, schließlich war das hier der zweitgrößte Fischmarkt nach Tokio.

 

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Ein prachtvolle Holztor - der Eingang zum Park.

Vom Markt konnte man bequem den Park (TOP 2 unserer Liste) erreichen. Der Park zählt zu einem der sogenannten drei perfekten Gärten Japans, weshalb wir ihn ja auch auf unsere Liste gesetzt hatten. Allerdings hatten wir nicht berücksichtig, dass zur Zeit tiefster Winter war und der Park deshalb eher ein wenig trostlos daher kam. Das hat aber die japanischen Touristen, die man hier in durchaus ansprechender Zahl antraf, nicht weiter gestört.

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Diese beiden Damen in traditioneller Kleidung ließen sich gerne mit der Burg im Hintergrund fotografieren.

 

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Auf der Suche nach einer Haltestelle querten wir auch diese Straße mit den pittoresken Häusern

Wir durchquerten den Park also relativ rasch und machten uns auf die Suche nach einer passenden Bushaltestelle. Das gestaltete sich doch recht schwierig, unter anderem deswegen, weil wir zum einen die Entfernungen, die wir zu laufen hatten schlecht abschätzen konnten und zum anderen die Haltestellenkennzeichen für unsere Linie sehr unscheinbar und deshalb schlecht zu erkennen waren. Eine weitere Hürde war, dass die Haltestelle für das Teeviertel (Top 3) nur mit Bussen zu erreichen war, die den (sehr großen) Kreis im Uhrzeigersinn abfuhren, der Gegenbus aber dort nicht hielt. Wir hätten also erst einmal eine gewisse Strecke gegen den Uhrzeigersinn (counter clockwise) fahren müssen, bis es wieder mal synchrone Haltestellen gab, um dann mit einem Bus im Uhrzeigersinn (clockwise) unser Ziel zu erreichen. Es war kalt, es stellte sich ein Hungergefühl ein, also Umstände, die die Neugierde nach dem Teeviertel mit seinen historischen Holzhäusern verkümmern ließ und wir zum Bahnhof zurückfuhren, der ja angeblich zu einem der schönsten der Welt gehören sollte.

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Der "Bahnhofskiosk".


Fakt ist, der Bahnhof ist groß, bietet etliche Einkaufsmöglichkeiten. Und er ist pieksauber, wie fast alles hier in Japan, ausgenommen vielleicht die ein oder andere Zahnarztpraxis.
In einer Konditorei im Bahnhof konnten wir auch etwas gegen das aufgekommene Hungergefühl unternehmen.

 

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Zum Abschied an der Pier...

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... noch einmal Folklore.

Mit dem Shuttle ging es zurück zum Schiff und um 18:00 Uhr verließen wir Japan mit dem Ziel Wladiwostok in Russland.

 

 

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