94. Reisetag - Montag, 26.03.2018 - Seetag

Das gestrige Abendessen war ganz nach unserem Geschmack. Beefen auf dem Außendeck, Schnitzel in den Restaurants. Dafür fand heute schon wieder ein Themenabend statt. Auf jeder Etappe werden nämlich einmal die Köche in der Atlantic-Show-Lounge vorgestellt. Die Vorstellung zieht jedesmal unweigerlich ein "Philippinisches Abendessen" nach sich. Und das war heute wieder mal der Fall.

95. Reisetag - Dienstag, 27.03.2018 -Trincomalee/Sri Lanka

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Trincomalee ist eine Stadt mit 115.000 Einwohnern im Nordosten von Sri Lanka.
Um 9:30 Uhr legten wir pünktlich an der Pier an und um 10:30 Uhr saßen wir schon im Shuttlebus, der uns (für 16€) in die 10 Kilometer entfernte Stadt brachte. Die Haltestelle sollte am Busbahnhof sein, aber der Fahrer hat sich erst einmal ein wenig verfahren und musste deshalb einen Polizisten nach dem Weg fragen. Aber schließlich kamen wir doch an.

 

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Wir kamen gar nicht richtig dazu, uns umzuschauen, da saßen wir auch schon in einem Tuk-Tuk, einem Kabinenroller, die in vielen Städten Asiens zahlreich wie Mücken überall durch die Straßen schwirren und als preiswerte Taxen ihren Dienst verrichten.

 

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Der Tirukoneswaram-Tempel ist ein typischer farbenfroher Hindutempel. Er ist der Göttin Shiva (Figur im Vordergrund rechts) geweiht, die man dadurch leicht er erkennt, dass sie mehrere Arme hat. Die Anzahl ist aber von Statue zu Statue variabel, meist sind es vier Arme, es können aber auch schon mal acht sein.


Unser Tuk-Tuk sollte uns zum Tirukoneswaram-Tempel bringen, eine der wenigen Sehens­würdig­keiten; ein Hindutempel, der Göttin Shiva geweiht. Der Ausschnitt des Stadtplans, der in die Land­gangs­beschrei­bung kopiert wurde, enthielt wieder mal keinen Maßstab und der Busbahnhof war da auch nicht verzeichnet, sodass wir nicht wussten, wie weit oder nah unser Ziel war und wir deshalb die Preisvorstellung des Tuk-Tuk-Fahrer (5 US-Dollar) ohne zu handeln akzeptierten. Nach kurzer Fahrzeit waren wir am Tempel angekommen.

 

Allerdings wollte der Fahrer (noch) kein Geld. Er würde warten, um uns auch zurückzufahren.
Wir waren noch keine 10 Schritte gelaufen, gesellte er sich zu uns, mit dem Hinweis, dass er uns vielleicht helfen könnte. Und er machte sich nützlich, wo er nur konnte.
Gleich am Eingang des Tempelgeländes mussten wir Schuhe und Strümpfe ausziehen und er stellte unsere Sachen in ein Fach des dort aufgestellten wackligen Holzgestells. An einem steinernen Wasserbecken goss er uns Wasser über unserer Füße, wie einst Jesus seinen Jüngern.

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Man achte auf die Füße, die immer auf der Suche nach einem Fleckchen Schatten sind.


Er machte mit meiner Kamera Fotos von uns und er führte uns über das Tempelgelände und in den Tempel hinein.

Er bezahlte die Depotgebühren für unsere Schuhe und verhinderte, dass wir einem Bettler einen Dollar gaben, indem stattdessen er ihm einen Almosen gab, schließlich spekulierte er ja auf unsere Dollars und die sollten wir wohl nicht anderweitig verschwenden. Er übernahm also Aufgaben, die wir auch ohne ihn hätten bewerkstelligen können, außer vielleicht die Fotos, auf denen wir beide zusammen abgelichtet sind.
Im Tempel selbst durfte nicht fotografiert werden.

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Beim Verlassen des Tempels ist zwar keine Fußwaschung vorgeschrieben, aber auch nicht verboten. Und Fußkühlung tat not.

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In der kleinen Verkaufsstraße vor dem Tempel fielen mir diese Plastikblockstühle (die gar nicht zum Verkauf standen) auf. Sie sind hier in Sri Lanka Standard, man sah sie überall und kosten sicher nicht sehr viel. Wir mussten Probesitzen, unser Guide bestand darauf. Gerne hätte ich einige für unseren Balkon mitgenommen, aber sie passen halt nicht in den Koffer. :-(
Zur Detailansicht einfach auf das Foto klicken (das gilt übrigens für alle Bilder in diesem Blog).

 

Nach der Besichtigung des beeindruckenden und farbenfrohen Tempels traten wir die Rückfahrt an und überschlugen schon mal die Kosten für unser Rundum-Sorglospaket und meinten, dass die Forderung sich wohl so um die 15$ bewegen würde. Und so war es dann auch. Unser Tuk-Tuk-Fahrer erklärte uns seine Kalkulation. 5$ die Fahrt hin, 5$ die Fahrt zurück und 5$ für die Führung. Beeindruckt von der einfachen und verständlichen Tarifstruktur der Komponenten unseres Pakets war ich bereit zu zahlen, während Doris anfing zu verhandeln. Daraufhin erklärte er uns, wenn es uns gefallen hätte, sollten wir doch den vollen Preis zahlen, wenn nicht oder wenn wir unzufrieden wären sollten wir im nur 10$ geben.
Er bekam den vollen Betrag!
Von ihm könnten Marketing- und Vertriebsmanager mit abgeschlossenem BWL- und Psychologiestudium durchaus noch lernen, wie man geschickt seine Dienstleitungen und Produkte zu optimalen Preisen an den Mann/die Frau bringen kann.
Die Tuk-Tuk-Fahrer müssen auch Gedanken lesen können. Ein anderes Ehepaar hat für die gleiche Tour 30$ bezahlt, einen Betrag den wir keinesfalls akzeptiert hätten. Diese "Verkaufsgenies" können wohl ziemlich genau abschätzen, wo bei jemandem die Schmerzgrenze anfängt und danach richteten sich ihre Angebote und Preisgestaltungen, ganz davon abgesehen, dass sie, wenn sie erst mal einen Auftrag haben, sehr gekonnt sofort Folgeaufträge generieren.
Ich zolle ihm hiermit meinen Respekt, auch wenn er uns übers Ohr gehauen hat. Für die Einheimischen kostet eine Tuk-Tuk-Fahrt nämlich nur Pfennige.

Der Versuch, auf einer Bank unsere Kyat aus Myanmar, von denen wir überhaupt nichts ausgegeben hatten, gegen Sri-Lanka-Rupien umzutauschen, schlug fehl. Diese Währung wurde nicht akzeptiert.

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Gleich neben der Haltestelle für unseren Shuttle befand sich eine Markthalle in der hauptsächlich Obst und Gemüse angeboten wurde. Viele Produkte waren uns, wie so oft auf diesen Märkten, absolut fremd.

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8 Eier für 100 Rupien, das sind etwa 52 Euro-Cent.

 

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Es wurden auch reichlich Bananen angeboten und zwar die kleinen Mini-Bananen. In der Regel schmecken diese kleinen Dinger recht gut, aber ich hatte auch schon Pleiten erlebt, dass sie wie die Chiquita-Bananen bei uns schmecken, nämlich nach ziemlich gar nichts.
Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Ich zeigte einem Händler eine 1-Dollar-Note und deute auf die Bananen und er verstand und akzeptierte. Ich deutete auf ein Bündel und wollte anfangen zu verhandeln, wieviel ich davon für meinen Dollar kriegen könnte, da nahm er schon den Geldschein und packte mir das Bündel ein. Jetzt war ich stolzer Besitzer von etwa 30, wenn auch sehr kleinen, Bananen. Wer soll die alle essen? Da hatte ich schon einen Plan.
Als wir in den Shuttlebus eingestiegen waren, bot ich den Reisegefährten welche an. Das Angebot wurde dankbar angenommen und so reduzierten wir die kleine Staude auf ein erträgliches Maß von ca. 10 Bananen. Und Glück hatte ich mit meinem Kauf außerdem. Die Bananen schmeckten so richtig nach Banane, ich wünschte, man würde solche in Deutschland bekommen. Ich würde sogar glatt zwei Dollar dafür bezahlen.

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Um 18 Uhr legten wir unter den Klängen der Auslaufmelodie ab, passierten noch einige hübsch anzuschauende kleine bewaldete Inseln, bevor wir wieder das offene Meer erreichten.

 

Und zum Abendessen wurde wieder etwas Besonderes geboten, ein "Gin-Abendessen".
Da Doris keinen Alkohol trinkt, hatte sie jetzt auch nicht vor, welchen zu essen. Also fragte sie den Kellner, welches der Gerichte denn ohne Alkohol sei. Da er die Frage nicht beantworten konnte, wurde der Oberkellner hinzugezogen, der hat immerhin schon zwei Streifen auf seiner Uniform. Aber er wusste es auch nicht, sodass man jetzt ein Koch herbeizitierte. Der musste zugeben, dass kein einziges Gericht, keine Vorspeise, keine Suppe, kein Hauptgang und kein Nachtisch nicht irgendwie mit Gin veredelt wurde. Der Clou war, dass hier die verschiedensten Gin-Sorten zum Einsatz kamen.
Doris hatte gehofft, dass wenigstens die Steaks mit der London-No 1-Pfeffersoße alkoholfrei seien, aber "London No 1" ist ebenfalls ein Gin.
Jedoch machte der Koch durchaus konstruktive Vorschläge, wie man für Doris auch etwas ohne Alkohol servieren kann. Bei Suppe und Soße sah es schlecht aus, da war der Gin schon drin. Aber beim Salat könnte man die Spritzugabe für ihre Portion noch stoppen und beim Steak könnte man die Soße weglassen.
So brauchte Doris nicht zu hungern.

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Als sie jedoch anmerkte, ob es nicht sehr gewagt sein, sämtliche Speisen auf der Speisekarte mit Alkohol zu versehen, ohne dass der Gast eine Ausweichmöglichkeit hat, kam sofort das absolute Totschlagargument: "Bisher hat sich noch keiner beschwert."
Als ich einwarf, dass es Menschen gibt, die aus Überzeugung, aus religiösen Gründen oder weil sie trockene Alkoholiker sind, keinen Alkohol zu sich nehmen, kam das Gegenargument. Man hätte sich ja, genau wie die Leuten mit Lebensmittelunverträglichkeiten und Allergien am Anfang der Reise melden können.
In der Tat findet man bei Beginn eines jeden Reiseabschnitts im Tagesprogramm wörtlich den folgenden Hinweis:

Lebensmittelunverträglichkeit
Sollten Sie an einer Lebens­mittel­unver­träg­lichkeit leiden, treffen Sie sich bitte mit Maître D‘ (Restaurantchefin) Anja Sievert und dem Küchenchef an der Rezeption / Deck 5.

Ich lasse die Argumentation des Kochs jetzt mal unkommentiert im Raum stehen.

 

96. Reisetag - Mittwoch, 28.03.2018 - Hambantota/Sri Lanka

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Die entladenen PKWs sind akurat und mustergültig ausgerichtet.


Der moderne Hafen von Hambantota, einer im Süden Sri Lankas gelegenen Stadt mit 11.000 Einwohnern, wurde von den Chinesen gebaut und finanziert. Er wirkt eher trostlos, weil er kaum frequentiert wird. Im letzten Jahr mit der ARTANIA waren wir das einzige Schiff. Heute lag hier noch ein Autotransporter, der entladen wurde.

 

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Nicht nur die Tiere, sondern auch die Pflanzenwelt im Udawalawe-Nationalpark war sehenswert.

Der Hafen liegt 15 Kilometer von Hambantota entfernt und ein Shuttleservice wurde nicht angeboten, was uns die Entscheidung erleichterte, einen Ausflug zu buchen und zwar "Elefanten im Udawalawe-Nationalpark". Exakt an diesen Ausflug hatten wir im letzten Jahr auch schon teilgenommen. Er hat uns so gut gefallen, dass einer Wiederholung nichts im Wege stand.
Ich könnte es mir ja leicht machen und einfach einen Link auf den Bericht von 2017 setzen, aber ein paar Zeilen möchte ich dann doch schreiben.

Der örtliche Reiseleiter hatte wahrscheinlich Deutsch bei Rudi Carrell gelernt, sodass die beiden Akzente (holländisch und singhalesisch), mit der er uns nun Land und Leute näher bringen wollte, ihn nicht unbedingt verständlicher machte. Da ist es oft besser, die Reiseleiter sprechen Englisch und die Phoenix-Begleitung übersetzt.

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Der "Begrüßungselefant" wenige hundert Meter hinter der Einfahrt in den Nationalpark. Beim letzten Mal war die "Dramaturgie" noch eine andere. Erst ein Chamäleon, dann ein Bienenfresser (Vogelart), dann ein Pfau, dann ein Wasserbüffel und erst dann die Elefanten.

Wir reisten mit 4 Bussen, also schätzungsweise 160 Leuten an. Das bedeutete knapp 30 Jeeps (6 Leute pro Fahrzeug) alleine nur für uns Kreuzfahrer. Da der Nationalpark sehr populär ist, gab es auch noch genügend andere Besucher.
Der Park ist aber sehr groß, sodass  sich die Fahrzeuge verteilten. Waren dann doch mal mehrere Jeeps gleichzeitig an einer Stelle, an der die Elefanten gut zu beobachten waren, stellten sie sich sehr diszipliniert so hin, dass die anderen nicht in der Sicht behindert wurden oder warteten einen Augenblick, bis Platz gemacht wurde.

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Einen Stau gab es dann aber doch einmal. Aus einer mit Wasser gefüllten Kuhle kam ein Fahrzeug nicht mehr heraus und musste erst von einem anderen herausgezogen werden

 

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Hinter dem Wasserloch ging es steil bergauf und es war glatt wie auf Schmierseife. Da drehten auch schon mal die Räder durch und der braune Schlamm spritzte bis zu uns hinauf auf die Ladefläche.

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Die Geländewagen waren beim letzten Mal insofern etwas vorteilhafter, dass der Fahrer durch ein offenes Fenster nach hinten zur Ladefläche, wo wir saßen, mit uns sprechen und Erklärungen abgeben konnte. Bei den Fahrzeugen, die heute zum Einsatz kamen, ließ sich die Heckscheibe der Fahrerkabine leider nicht öffnen.

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Vergeblich bemüht sich der Elefant (rechts) seinen Kameraden zum Aufstehen zu motivieren.

Etwas nachdenklich wurden wir an einer Wasserstelle. Dort lag ein Elefant und ein anderer versuchte, ihn zum Aufstehen zu bewegen. Er legte sich neben  ihn und schien sich an das kranke Tier anzuschmiegen, er stellte sich über seinen Kameraden, er stupste ihn mit dem Fuß an, alles ohne Erfolg. Mehr als einmal den Kopf etwas anheben konnte der Elefant nicht. Aber das Verhalten des "besorgten" Elefanten zeigt deutlich, dass diese Tiere ein ausgeprägtes Sozialverhalten haben.

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Wir wissen nicht, ob die Fahrer, die das ja auch beobachtet haben, die Sache der Parkverwaltung melden und ob der Mensch hier überhaupt helfend eingreift oder der Natur seinen Lauf lässt.

 

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Abgesehen von dem etwas traurigen Vorfall mit dem kranken Dickhäuter war die Safari selbst wieder ganz toll. Es gab reichlich Elefanten, Wasserbüffel und sonstiges Getier zu sehen.

 

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Als "Zugabe" wurde noch geboten: viele Wasserbüffel, ...

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... ein Schakal, ...

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... diverse Pfauen ...

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... und ein Eisvogel.

 

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Am Ein- und Ausgang wurden die Fahrzeuge und die Personenanzahl registriert, damit sichergestellt ist, dass alle die in den Nationalpark hineingelangten auch wieder herauskommen und niemand dort verlorengegangen ist.

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Good bye elephants.

 

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An einer Schule fanden die Kinder die Touristen genau so interessant wie die Touristen ...

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... die Kinder.

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Einfach nur ein schönes Motiv.

 

Auf der Rückfahrt, wir waren bereits in Hafennähe, hatte der Fahrer sich irgendwie verfranzt Vielleicht ist es hier so Sitte, dass die Busfahrer nicht den direkten Weg nehmen. Aber ich sollte mich mit meinem unterentwickelten Orientierungssinn auch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen und das Lästern lieber einstellen.

Punkt 16 Uhr legten wir ab und nahmen Kurs auf das benachbarte Indien. Vor uns lagen fünf Seetage, zwei unechte Seetage und drei echte Seetage.

 

97. Reisetag - Donnerstag, 29.03.2018 - Thiruvananthapuram /Indien

Was ist ein unechter Seetag? Beim unechten Seetag liegt zwar das Schiff in einem Hafen, aber man geht trotzdem nicht an Land.

Hier in Indien dürfen Doris und ich nicht an Land, denn wir haben kein Visum.
Bei unseren Besuchen in Indien im Jahr 2015 und im letzten Jahr hatten wir uns noch Visa besorgt. Man konnte sie entweder über eine Agentur zum Preis von etwa 140 € pro Stück beantragen oder für 70 € direkt bei der indischen Botschaft in Frankfurt. Bei der Botschaft muss man zweimal erscheinen, einmal um dort seinen Pass und ein umfangreiches Formular abzugeben und eine Woche später, um den Pass mit dem dort eingeklebten Visum wieder abzuholen. Das Ganze ist recht umständlich, ich habe das im Detail im Blog 2015 mit einigen bissigen Bemerkungen geschildert.

Für das neue Visum hatte es eine kleine Preiserhöhung gegeben. Auch für die Beschaffung bei der Botschaft sind jetzt 140 € pro Visum fällig.
Da haben wir nach reiflicher Überlegung beschlossen, in Indien nicht an Land zu gehen und so symbolisch den Stinkefinger zu zeigen.
Um uns zu beruhigen, dass unserer Entscheidung vielleicht doch nicht so klug war, führten wir folgende Argumente ins Feld:

(a) Zum einen liegen wir in Thiruvananthapuram nur einen halben Tag und das noch auf Reede.
(b) Das morgige Kochi kennen wir bereits sehr gut. 2015 waren wir dort zwei Tage und im letzten Jahr einen Tag.

Wir warfen gegen 12 Uhr weit vor der Einfahrt des kleinen Hafens den Anker. Folglich musste man also tendern und von der Tenderanlegestelle waren es noch 18 Kilometer bis ins Zentrum.
Vom Schiff aus gab es nichts zu sehen, was sich zu fotografieren gelohnt hätte, also gibt es für heute auch keine Bilder.

Für den Abend hatte sich die Küche erneut ein Thema einfallen lassen und möchte uns mit einem " Maharadscha Abendessen" erfreuen. Eine Alternative, dieser geballten Exotik zu entfliehen wurde auf der Speisekarte nicht angeboten. Also gaben wir gleich am Morgen wieder unsere Sonderbestellung auf - die allzeit beliebte Vesperplatte.

 

98. Reisetag - Freitag, 30.03.2018 (Karfreitag) - Kochi /Indien

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Durch dieses Tor kamen nur Passagiere, die ein gültiges Visum besaßen.


Wären wir an Land gegangen, hätten wir uns ein Tuk-Tuk genommen und hätten uns wieder in den Stadtteil "Fort" an die Uferpromenade fahren lassen, wo es einen Abschnitt gibt, den die Einheimischen besuchen und einen touristischen Teil. Außerdem findet man hier die berühmten chinesischen Fischernetze.

 

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Auf dem Weg zun Anlegeplatz passierte die AMADEA am noch leicht dunstigen Morgen eine Landzunge, auf der die sogenannten "chinesischen" Fischernetzte zu sehen sind. Sie bestehen aus einem ausgeklügelten System aus Holzstämmen, Seilen und dem großen Netz und müssen von mehreren Männern bedient werden.

 

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Auf der gegenüberliegenden Insel giebt es einen weiteren Schiffs­anleger, an dem kurz nach unserer Ankunft ein dicker Kreuzfahrer der Reederei Costa festgemacht hat. 2500 Passagiere werden Kochi heimsuchen.


Kochi besteht aus mehreren dicht beieinander gelegenen Inseln, so dass es am Morgen bei der Fahrt in den Hafen und am späten Nachmittag um 18:00 Uhr nach dem Ablegen auch von der Reling aus einiges zu sehen und zu fotografieren gab.

 

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Das moderne ...

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... und das alte, teilweise marode Kochi.

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An den Stränden winkten uns hunderte Menschen zu, als wir Kurs auf den Oman nahmen, den wir nach drei Seetagen erreichen sollten.

 

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99. Reisetag - Samstag, 31.03.2018  - Seetag

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Heute war ein echter Seetag. So konnte ich in Ruhe am Blog arbeiten oder an der Reling stehen und mir den Wind um die Nase wehen lassen, in der Jupiterbar sitzen und ein Weizenbier trinken und zur österlichen Kaffeestunde ein Stück Kuchen essen, dass anschließend im Fitnessraum auf dem Fahrrad wieder abtrainiert werden musste.

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Ostern ist der Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Und heute war dieser Vollmondtag. Es ist ein wundervoller Anblick, wenn das Mondlicht sich auf dem Meer spiegelt. Diese Stimmung lässt sich leider nicht fotografieren, zumindest nicht von einem Amateur mit einer Kompaktkamera.

 

100. Reisetag - Sonntag, 01.04.2018 (Ostersonntag)  - Seetag

Der 100. Reisetag, Ostern und der Erste April - alles auf einmal.

Gestern war im Tagesprogramm zu lesen, dass in der Nacht der Osterhase besondere 10 Osternester auf dem Schiff verstecken wird, die jeweils einen Zettel mit einer Nummer enthalten. Wer so ein Nest findet und den Zettel mit der Nummer an der Rezeption vorweist erhält eine Überraschung.
Beim sogenannten Frühkaffee ab 7:00 Uhr, den Doris gerne besuchte, während ich noch im Bad zugange bin, wird gerne und viel getratscht.
So konnte Doris in Erfahrung bringen, dass die ersten Nestsucher bereits in der Nacht um halb zwei auf der Pirsch waren.
Welcher Art die Überraschung für die erfolgreichen Schatzsucher war, konnte sie allerdings nicht in Erfahrung bringen.

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Wir wurden vom Schiffsosterhasen reichlich beschert. Jetzt sind auch unsere Nikoläuse, die wir zu Weihnachten vom Schiffs-Christkind bekommen haben, nicht mehr so alleine.


Ob es ein AMADEA-Schlüssel­anhänger war oder vielleicht ein Lindt-Osterhase, der einfach eine Nummer größer war, als diejenigen, die alle Passagiere standardmäßig im Laufe des Vormittags auf ihre Kabine erhalten haben, bleibt leider im Dunkeln.

 

Auch konnte nicht restlos geklärt werden, ob die Teilnehmer der nächtlichen Suchexpedition die Gleichen waren, die gestern beim Osterkaffee, die Porzellanhasen und ähnliche Accessoires aus der wirklich liebevoll gestalteten Dekoration mitnehmen wollten, sodass die "Saalaufsicht" energisch einschreiten musste und folgende einfache Regelung bekannt gab:
 "Alles was essbar ist, darf mitgenommen werden, alles andere bleibt im Restaurant!"

In diesem Sinne wünsche ich den Lesern dieses Blogs ein schönes Osterfest gehabt zu haben.

 

 

102. Reisetag - Dienstag, 03.04.2018 Dienstag  - Muscat/Oman

 

Muscat ist die Hauptstadt des Omans, eine moderne, saubere Stadt mit 65.000 Einwohnern. Die Gebäude sind durchgehend modern, aber im landestypischen Stil gebaut, sodass das orientalische Flair trotz der Moderne vorherrscht.

Für das heutige Ziel hatten wir wieder mal einen Ausflug gebucht.
Titel: "Safari im Geländewagen (mit Snackbox)".

Um 7:00 Uhr legten wir pünktlich an und bereits um 8:15 ging unser Ausflug los. Um die Spannung nicht ins Unermessliche zu steigern, die "Safari" war nix dolles, abgesehen vom Preis (119 €/Person).

 

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Dass wir nicht in Jeeps oder offenen Geländewagen, sondern in SUVs fuhren, war uns bekannt; dass Doris und ich in verschiedene Fahrzeuge verfrachtet werden sollten, haben wir allerdings nicht eingesehen. Die Phoenix-Leute waren, als wir das Problem angesprochen hatten, irgendwie nach kürzester Zeit verdunstet und nach langem Hin und Her mit dem omanischen "Einsatzleiter", gab es auf einmal ein Fahrzeug, in dem nur zwei Personen und der Fahrer saßen, wo wir dann einsteigen konnten.

 

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In fast jedem Auto gab es einen Pechvogel und auch ich gehörte zu dieser Spezies. Wir mussten hinten in der Mitte sitzen, links und rechts jeweils ein Reisegenosse. Allein dies war nicht schlimm, eher sogar positiv, denn man hatte ungehinderten Blick durch die Frontscheibe. Allerdings saß man direkt auf der Mittelkonsole wie der Affe auf dem Schleifstein mit keinerlei Beinfreiheit. Aber egal, Safaris sind keine Luxusreisen.

 

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Der erste Halt, ein Fotostopp mit kurzen Infos, war an der großen 1996 erbauten Moschee.

 

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Weiter ging es durch die Stadt über die Autobahn und gut ausgebauten Straßen zu einer Raststätte - Pipipause.

 

 

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Diese Gelegenheit wurde gerne angenommen, allerdings stand für die Damen nur ein WC zur Verfügung, von einer kurzen Pause konnte also keine Rede sein.

 

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Irgendwann bogen wir dann tatsächlich von der Asphaltstraße ab, es ging ein stückweit bergauf und wieder wurde ein kurzer Fotostopp eingelegt, um eine Ortschaft und eine danebenliegende Oase fotografieren zu können. Die Fahrt durch ein ausgetrocknetes Flussbett war auch so angekündigt worden, allerdings war sie nur sehr kurz.

 

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Picknick mal nicht im Grünen, sondern im Wadi.

Dann der nächste Halt war eher überraschend.
Auf vorbereiteten Decken unter einem schattigen Baum wurde ein Picknick abgehalten. Jetzt verstanden wir auch den Zusatz im Ausflugstitel "mit Snackbox". Für das Picknick erhielt jeder eine Lunchbox mit Sandwiches, Obst etc. Es wurden zusätzlich Kaltgetränke, orientalischer Kaffee und Tee, sowie süße, gut schmeckende Datteln gereicht. Die Picknickzeit verkürzte natürlich den eigentlichen Ausflugszweck, die Offroad-Fahrt im Wadi, wie die gebirgigen Steinwüsten in den arabischen Ländern genannt werden.

 

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Der Fotograf ...

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... und das Motiv.

 

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Damit war die Safari auch schon zu Ende und die Rückfahrt über die Asphaltstraßen wurde angetreten. In Hafennähe befindet sich der "Suq von Matrah", wo wir noch eine knappe Stunde frei herumlaufen durften.

 

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Unser Fahrer sah zwar cool aus, aber sprach mangels Englischkenntnissen mit uns kein einziges Wort.

 

Fazit: Die 5-stündige Safari bestand eigentlich nur aus einer gut halbstündigen Offroad-Fahrt, der Rest war Beiwerk. Hier stimmte irgendwie nichts, allem voran das Preis/Leistungsverhältnis.

 

 

 

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